Wie wirkt Alkohol?

Was spüren Sie?

Wie wirkt Alkohol bei Ihnen?
Was spüren Sie vom Alkohol und bei wie viel Gläsern?

 

Wie wirkt Alkohol bei Ihnen?


Alkohol hat eine betäubende Wirkung.
Wenn Sie Alkohol trinken, spüren Sie diese betäubende Wirkung in Ihrem Körper. Sie sind weniger empfindlich gegen Schmerzen, Sie hören etwas schlechter, Sie sehen und schmecken weniger gut. Der betäubende Effekt wirkt sich auch auf Ihr Gefühlsleben, auf Ihre Emotionen, aus. Alkohol betäubt überdies die Gehirnfunktionen, so dass Selbstkritik und Ihre Fähigkeit, sich selbst und andere richtig einzuschätzen, nachlassen.  

Deshalb heißt es, Alkohol enthemmt. Sie tun Dinge, die Sie normalerweise nicht so schnell machen würden.
Diese Wirkung kann Ihnen gelegen kommen: Sie knüpfen leichter Kontakte, Sie fühlen sich sicherer, Sie leiden weniger unter Schuld- und Schamgefühlen, sie machen sich weniger Sorgen, schlafen besser ein, können Sex mehr genießen usw. 
Aber hier liegt auch die Gefahr, von Alkohol abhängig zu werden.
Es kann sein, dass Sie es sich zur Gewohnheit gemacht haben, Alkohol zu diesem Zweck zu benutzen. Das heißt, dass Sie ihn trinken, um mit Dingen wie Schlafproblemen, Sorgen u. Ä. weniger Probleme zu haben. Wenn Sie keinen Alkohol mehr trinken, müssen Sie einen anderen Weg finden, hiermit umzugehen. Wenn Sie Probleme für eine längere Zeit auf diese Weise gelöst haben, wissen Sie vielleicht nicht mehr, wie es anders gehen soll. Aber das können Sie natürlich wieder lernen.

 

Was spüren Sie vom Alkohol und bei wie viel Gläsern?


Der Alkohol, den Sie trinken, wird ins Blut aufgenommen. Die Leber baut ihn wieder ab. Es dauert ungefähr 1½ Stunden, bis ein Standardglas Alkohol von der Leber abgebaut und wieder aus dem Blut verschwunden ist.
Über das Blut gelangt der Alkohol in alle Organe des Körpers. Dies kann auf die Dauer zu körperlichen Problemen führen.  

Hier finden Sie eine Beschreibung der kurzfristigen Wirkung von Alkohol. Wir gehen hier davon aus, dass die angegebene Menge innerhalb einer Stunde getrunken wird.
 

  • Nach dem ersten Glas reagiert Ihr Körper mit einer Beschleunigung des Herzschlags und der Atmung; ein Gefühl von Wärme entsteht. Sie riechen, schmecken, sehen und fühlen (Schmerz) etwas weniger deutlich. Appetit und Harndrang nehmen zu. Sie fühlen sich etwas entspannter und es fällt Ihnen leichter zu reden. Wenn Sie daran gewöhnt sind, mehr und häufig Alkohol zu trinken, spüren Sie Lust auf das nächste Glas.  
  • Wenn Sie mehr Alkohol trinken (bei Frauen bis zu ca. 5 Gläsern, bei Männern bis zu 7 Gläser in einer Stunde) nimmt die betäubende Wirkung zu; sie betrifft auch Ihre natürlichen Hemmungen. Ihre Stimmung und Ihr Verhalten verändern sich, Sie werden ungehemmter und weniger zurückhaltend: zum Beispiel fröhlich und leutselig, oder im Gegenteil mürrisch und direkt, oder sogar schroff. Sie überschätzen sich, glauben, dass Sie mehr können als tatsächlich der Fall ist (zum Beispiel Autofahren). Sie sprechen etwas lauter, weil Sie nicht mehr so gut hören. Sie reagieren langsamer, können sich schlechter zurückhalten und Situationen nicht mehr so gut einschätzen. Ihre Bewegungen werden ungeschickter und Sie sehen in den Augenwinkeln weniger, der Tunnelblick-Effekt tritt ein.
  • Wenn Sie mehr Alkohol trinken (innerhalb einer Stunde bis zu 9 Gläsern bei Frauen, bis zu 14 Gläsern bei Männern), dann werden diese Auswirkungen noch stärker. Selbstkritik verschwindet und Sie verhalten sich überzogen und emotional: zum Beispiel ganz besonders fröhlich, nahe am Wasser gebaut, übertrieben verführerisch, sehr wütend, aggressiv. Ihr Gesicht rötet sich, Ihre Pupillen weiten sich. Möglicherweise wird Ihnen schlecht und Sie müssen sich übergeben.
  • Wenn Sie innerhalb einer Stunde noch mehr trinken (bis zu 13 Gläsern bei Frauen, bis zu 19 Gläsern bei Männern), dann werden Ihre Sinnesorgane betäubt und Sie geraten stark durcheinander. Was Sie hören, sehen und tun, dringt kaum noch zu Ihnen durch. Möglicherweise bekommen Sie Black-outs, können sich am nächsten Tag an manches nicht mehr erinnern. Man sagt auch: „Ich hab einen Filmriss.“
  • Wenn Sie innerhalb einer Stunde noch mehr trinken, begeben Sie sich in Lebensgefahr. Es droht Bewusstlosigkeit und Sie laufen Gefahr, an Ihrem eigenen Erbrochenen zu ersticken. Bei 5 Promille schließlich herrscht akute Lebensgefahr. Sie können ins Koma fallen und an einer Lähmung des Atemzentrums im Gehirn sterben.


Wenn Sie oft und viel Alkohol trinken, treten die genannten Wirkungen etwas später ein als bei Personen, die weniger Alkohol trinken.
Das hat mit einer erworbenen Toleranz gegenüber Alkohol zu tun. Die Alkoholmenge in Ihrem Blut bleibt aber dieselbe!

zurück zum Anfang