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Interviews
Zitate aus dem Online-gestützte Therapie
Auch diese Personen können von die Onlinegestützte Therapie profitieren 

Interviews


Diese Menschen haben ihre Alkoholprobleme in Angriff genommen. Lesen Sie über ihre Erfahrungen mit Weniger-trinken-online.de:

Hanne
Hanne (55), tätig in der Kommunikationsbranche, hat seit ihrem zwanzigsten Lebensjahr Alkoholprobleme. Immer wenn es in ihrem Leben Probleme gab, griff sie schnell auf Alkohol zurück. „Ich redete mir ein, dass ich nur wegen der Geselligkeit trank, aber in Wahrheit versuchte ich, meine Probleme zu verdrängen.“ In diesem Frühjahr kam dann nach 25 Jahren das Aus für ihre Beziehung. „Ich hatte das Gefühl, dass ich alles verloren hatte, und begann, noch mehr zu trinken; sicher eine Flasche Wein und ein paar Bier täglich. Ich fand es schlimm, dass ich die Kontrolle über mich verloren hatte und außerdem war der hohe Alkoholkonsum nicht gesund.“
Mit ihrem Hausarzt hat Hanne nie über ihre Flucht in den Alkohol gesprochen. „Ich versuchte mir immer einzureden, dass es nicht so schlimm sei und dass ich damit umgehen könne.“ In einer überregionalen Zeitung las sie im März über die Website von Weniger-trinken-online.de. Nachdem sie sich angemeldet hatte, konnte sie direkt am Programm teilnehmen. Die Therapie zog Hanne innerhalb von 6 Wochen durch. „Es ist fast jeden Tag schwer für mich, aber ich bin nun absolut trocken und das hatte ich mir selbst auch als Ziel gesetzt“.
Dass der Mail-Verkehr anonym war, war für Hanne nicht ausschlaggebend. „Mir war es vor allem wichtig, dass die Therapie individuell ist und dass ich mir die Zeit für meine Hausaufgaben selbst einteilen konnte.“ Zweimal wöchentlich mailten sich Hanne und der ihr zugewiesene Therapeut. „Er hat meine Nachrichten aufmerksam gelesen und aus dem, was ich erzählt habe, die relevanten Informationen herausgefiltert. Und er kam er manchmal auf bestimmte Dinge zurück. Der Austausch verlief immer sehr strukturiert.“ Bei der Therapie wurde nicht in ihrer Psyche oder ihrer Vergangenheit gewühlt. „Ich bekam praktische Tipps, die genau zu meiner Situation passten.“ Hanne bekam Hausaufgaben gestellt. So musste sie beispielsweise täglich aufschreiben, wie viel sie getrunken hat, und die Situationen, in denen sie trank, analysieren. Das brachte ihr echte „Aha-Erlebnisse“. „Auf diese Weise wurde ich mit meinen unbewussten Verhaltensmustern konfrontiert. Was genau brachte mich dazu, etwas trinken zu wollen, und was erwartete ich vom Trinken? Dadurch wurde es mir möglich, auf bestimmte Situationen anders zu reagieren und andere Lösungen zu suchen, als Alkohol zu trinken.“
Auf Alkohol zu verzichten, ist eine Frage des Selbstmanagements. Eine der Techniken, die Hanne gelernt hat, ist, sich mit dem Verlangen auseinanderzusetzen, wenn sie Lust auf Alkohol bekommt. „Und danach überlege ich mir Argumente, warum der Alkohol wirklich keine Lösung ist. Das Verlangen nach einem Drink bedeutet noch nicht, dass ich auch tatsächlich Alkohol trinken muss. Das Verlangen kann man auch wieder vorbeiziehen lassen oder in andere Bahnen lenken“.

Katja
Katja (56) ist in ihrem Urteil über die onlinegestützte Therapie Weniger-trinken-online.de sehr resolut. „Es ist eine ausgezeichnete Methode; ich habe mein Ziel in fünf Monaten erreicht. Früher habe ich durchschnittlich 29 Gläser pro Woche getrunken, heute sind es nur noch zwei Gläser Wein am Samstag und Sonntag.“ Whiskey, Sherry, Wein, einen Schnaps, Bier ... Katja trank alles. Jahrelang. Sie ist verheiratet, hat früher als Krankenschwester gearbeitet und arbeitet heute in einer Kindertagesstätte. „Ich dachte, dass mir der Alkohol nichts ausmachen würde, aber das ist Unsinn. Ich vergaß viel, war oft müde und habe alle möglichen Ausreden gesucht, um meinen Alkoholkonsum zu bagatellisieren.“ Im Radio hörte Sie von dem Projekt und schickte eine E-Mail. „Ich hatte genug davon, dass ich so viel trank, und ich hatte mir auch das Rauchen schon mit einer Internettherapie abgewöhnt.“ Gute Vorsätze allein haben bei Katja nie funktioniert. „Manchmal hab ich etwas weniger getrunken, aber das habe ich dann in der nächsten Woche doppelt wieder aufgeholt. Man muss so etwas strukturiert anpacken.“
Bei ihrem Hausarzt kam sie mit ihrem Problem nicht weiter. Der beschränkte sich auf die Reaktion: „Rotwein in Maßen ist gut für Sie.“
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, dass man selbst aufhören will, sagt Katja.
Absolut keinen Alkohol mehr zu trinken, kam für sie nicht in Frage. „Ich bin kein Anonymer Alkoholiker geworden. Ich möchte Alkohol schon noch genießen können, aber es darf nicht außer Kontrolle geraten.“
Die Stärke der Methode von Weniger-trinken-online.de bestehe darin, dass einem ein Spiegel vorgehalten werde, so Katjas Erfahrung. „Man muss Fragebögen ausfüllen und in einem Tagebuch seinen Alkoholkonsum festhalten. Der Therapeut stellt einem Fragen. Man merkt wirklich, dass man ernst genommen wird und dass es sehr persönlich ist. Es ist weder nebulös noch tiefschürfend, sondern sehr pragmatisch. Dadurch sieht man, wie man sich verhält und wie man sich selbst verändern kann. Dafür bekommt man auch praktische Tipps. Man muss zum Beispiel etwas anderes machen, wenn man ein starkes Verlangen nach Alkohol bekommt.“
Dass die Therapie anonym erfolgt, wäre für Katja nicht notwendig gewesen.  „Ich erzähle es auch meinen Söhnen, jeder darf wissen, dass ich mehr getrunken habe, als gut für mich war.“
Ein großer Vorteil der Methode ist in Katjas Augen die hohe Frequenz des Mail-Austauschs mit dem Therapeuten, nämlich zweimal pro Woche. Und dass Sie dann mailen kann, wenn es ihr zeitlich am besten passt. „Wir wohnen in einem Dorf; sonst müsste ich jedes Mal zu einem Therapeuten in der Stadt gehen. Dafür hätte ich gar keine Zeit.“
Eine Intervention, die Katja besonders gut fand, ist, sich selbst zu verwöhnen, wenn man darauf verzichtet zu trinken. „Das Geld für Alkohol, das ich einspare, gebe ich jetzt für neue Kleider aus“, erzählt sie begeistert. „Ich hab zehn Kilo abgenommen und schlafe wieder gut. Ich habe wirklich ein neues Leben angefangen; ich mache jetzt Sport und habe einen Spanischkurs belegt.“ Sie lacht. „Ich bin stolz darauf, was ich in ein paar Monaten erreicht habe. Ich hab ein ganz neues Leben angefangen und trage jetzt sogar wieder kurze Röcke.“

Marcel
Der Unternehmer Marcel gehörte zur ersten Gruppe der Klienten von Weniger-trinken-online.de. Obwohl er nun schon seit einigen Wochen seine Therapie abgeschlossen hat, führt er noch immer Tagebuch über seine Trinkgewohnheiten. Marcel: „Ich beschreibe die Situationen, in denen es mir schwerfällt, der Versuchung nach Alkohol zu widerstehen. Bis jetzt funktioniert es gut. In der letzten Zeit gab es bei meiner Arbeit und in meinem Privatleben einige Spannungen. Früher hätte ich gesagt: „Tschüss, ich zieh mich zurück und zeche den Abend durch.“ Heute trinke ich ein Glas Wasser. Durch das Weiterführen des Alkoholtagebuchs ist mir bewusst geworden, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe.
Die Teilnehmer der Internet-Therapie trinken im Durchschnitt wöchentlich zwischen 50 und 60 Gläser Alkohol, einige sogar mehr als 100. Die 20 Gläser von Marcel stehen dazu in starkem Kontrast. Das ist kaum mehr als das Maximum von 15 Gläsern, das für Männer noch vertretbar ist. Dennoch findet Marcel, dass er ein Alkoholproblem hatte. „Ich trank in Momenten, in denen ich mich besonders verwundbar fühlte, es war schon lange nicht mehr Trinken aus Geselligkeit. An jedem Wochentag habe ich, wenn ich um 17 Uhr müde von der Arbeit nach Hause kam, erst einmal 3 Flaschen Bier getrunken. Es ist nicht gut, wenn man erst etwas trinken muss, um den Übergang vom Arbeitsalltag in den Feierabend zu bewältigen. Ich saß dann zwar nicht mit einem Kater im Büro, aber Alkohol hatte doch eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich hatte mich selbst nicht gut unter Kontrolle. Meine Frau kann auch die kleinen Dinge im Leben genießen, aber mir reicht das nie. In der Vergangenheit habe ich viele gefährliche Dinge getan. In Schottland bin ich zum Beispiel  nach einem Pub-Besuch völlig betrunken ins Auto gestiegen. Es ist ein Wunder, dass ich das überlebt habe.“
Im Einvernehmen mit dem Therapeuten von Weniger-Trinken-online.de beschloss Marcel, seinen wöchentlichen Alkoholkonsum von 20 auf maximal 6 Gläser zu reduzieren. Das fiel ihm erstaunlich leicht. „Ich habe entdeckt, dass ich durchaus in der Lage bin, ein Glas Alkohol zu genießen. Neulich habe ich ein Glas Portwein getrunken, nachdem ich mit meiner Frau allerhand Kleinkram erledigt hatte. Das habe ich Schluck für Schluck genossen. Ich trinke jetzt schon seit einem Monat nicht mehr als 5 Gläser pro Woche. Ich trinke, weil es mir schmeckt und nicht mit der Entschuldigung, ich hätte es mir verdient.“ Marcel will seinen geringen Alkoholkonsum mindestens bis zum Ende des Jahres beibehalten. Er fürchtet jedoch, dass ihm das in den Weihnachtsferien schwerfallen könnte. „Ich kann nicht ausschließen, dass ich mich dann gehen lasse“.

Denise
Denise (45), Managerin im Pflegebereich:
In den letzten zwei Jahren trank ich zwischen sechs und zehn Gläser Wein täglich. Wenn ich nach Hause kam, öffnete ich eine Flasche Wein, und wenn bei mir eine Flasche einmal geöffnet war, dann musste sie auch geleert werden. Wenn ich gestresst war, trank ich auch mal eine zweite Flasche. Meine Gedanken kreisten den ganzen Tag nur ums Trinken, nicht etwa, weil ich schon morgens Lust auf einen Drink hatte, sondern weil ich das Trinken vorbereiten musste. Wo und wann sollte ich den Alkohol einkaufen? Wie viel sollte ich heute Abend trinken? Trotz meines Alkoholkonsums hatte ich mein Leben gut im Griff, nur wenige Menschen wussten, dass ich trank. Ich erschien nicht mit einer Alkoholfahne bei der Arbeit, höchstens mal mit einem Brummschädel. Ich habe einen verantwortungsvollen Beruf und werde danach beurteilt, wie gut ich die Produktionsvereinbarungen einhalte. Ich wurde immer gut beurteilt, merkte aber, dass es mir immer schwerer fiel. Wenn ich getrunken habe, schlafe ich ein. Dann darf man mich nicht wecken, weil ich sonst wütend werde. Als mich meine pubertierende Tochter doch einmal wachrüttelte, wurde ich fürchterlich ausfallend. ‚Was mache ich da bloß?’, dachte ich.“
Auch für Denise war die Anonymität der Grund, die Internet-Therapie in Anspruch zu nehmen. „Ich wollte schon seit Längerem etwas an meinen Trinkgewohnheiten ändern, aber da ich selbst im Gesundheitssystem arbeite, wollte ich keine normale Therapie. Die Welt ist klein, und wenn so etwas bekannt wird, kann es sich bei einer Bewerbung nachteilig auswirken. Meinem Hausarzt wollte ich es auch nicht erzählen. Er ist ein eher sachlicher Mensch, niemand, zu dem ich mit einer so emotionalen Angelegenheit gehen würde.
Auch Denise konnte dank Weniger-trinken-online.de ihren Alkoholkonsum drastisch reduzieren. „In den ersten Wochen der Therapie habe ich keinen Tropfen Alkohol angerührt. Entzugserscheinungen blieben glücklicherweise aus, denn wenn man mit zitternden Händen bei der Arbeit erschiene, würde es doch herauskommen, dass man Alkoholprobleme hat. Ich trinke jetzt nicht mehr als 10 Gläser pro Woche. Seit ich nicht mehr so viel trinke, fühle ich mich besser, klarer. Ich merke auch, dass ich aktiver geworden bin. Wenn ich jetzt eine Flasche im Haus habe, trinke ich sie nicht mehr komplett aus. Man kann ja auch wieder einen Korken in die Flasche stecken, nicht wahr?“ 

Zitate aus der Internet-Therapie:


Diese Reaktionen bekamen wir von Klienten, die an der Internet-Therapie von Weniger-trinken-online.de teilnahmen. (Zum Schutz der Privatsphäre wurden Namen und Altersangaben geändert.)

„Sie helfen mir sehr, meine Trinkgewohnheiten besser kennenzulernen und besser zu verstehen und so bessere Entscheidungen treffen zu können. Ich fühle mich von Ihnen gut unterstützt, Sie sind immer anerkennend und verurteilen mich nie. Heute Abend habe ich einmal zurück auf den Therapieprozess der vergangenen zwei Monate zurückgeblickt. Ich habe das Programm am 21. März begonnen, damals trank ich 25-26 Gläser Alkohol in der Woche. Wenn ich nun beim Lesen damit konfrontiert werde, kann ich es mir fast nicht mehr vorstellen.
Marlene (52)

„Es hört sich verrückt an, aber ich habe jetzt begriffen, dass ich nicht so viel getrunken habe, weil ich Probleme hatte, sondern dass ich Probleme hatte, weil ich so viel getrunken habe.“                            
Heike (30)

„Jeden Tag ein paar Gläschen Wein, das erschien mir immer ziemlich harmlos, aber es kostete doch viel Anstrengung, davon loszukommen, und ich werde mein Bestes geben, trocken zu bleiben.“                  
Andrea (41)

„Wenn ich jetzt, nach 6 Wochen, zurückblicke, kann ich ein positives Resümee ziehen. Es hat wirklich sehr geholfen und sogar Spaß gemacht!“
Mario (32)

„Allein schon die Tatsache, dass jemand für einen da ist, ist sehr schön. Jemand, dem man alles erzählen kann. Und jemand, der einen nicht verurteilt. Und der einem Aufgaben gibt, die helfen. Danke!“
Fritz (49)

„Hiermit möchte ich mich gern persönlich bedanken für Ihren Einsatz, Ihr Verständnis und Ihre persönliche Vorgehensweise. Ich konnte Ihnen Dinge anvertrauen, die ich mich anderen nicht zu sagen traute oder die ich nicht sagen konnte. Durch dieses System waren Sie im Prinzip immer bei mir und das war sehr wichtig für mich.“
Margret (51)

„Ich werde wohl noch einige Rückfälle erleiden, aber diese werden nicht mehr so dauerhaft sein. Und ich werde die Dinge, mit denen wir uns beschäftigt haben, im Gedächtnis behalten und verarbeiten.“
Heinz (59)

„Es erscheint mir wie Luxus, auf diese Art mein nerviges Trinkverhalten zu ändern.“                                 
Katrin (24)

„Ich empfinde dieses Programm als sehr angenehm. Es ist überhaupt nicht bedrohlich, ich fühle mich hier sicher und der Kontakt mit Ihnen gibt mir ein gutes Gefühl.“
Sandra (36)

„Aber ich sage es ganz deutlich: Ohne Ihre Hilfe hätte das nie funktioniert, denn allein konnte ich es nicht. Dafür meinen ehrlichen Dank.“
Katharina (56)

„Dadurch, dass Sie einen zum Nachdenken anregen, bringen Sie ihn auf den richtigen Weg. Schlussendlich muss derjenige es doch selbst wollen und tun. Für mich war es wirklich sehr gut. Ich erkenne jetzt, welche Fallstricke auf mich lauern, und bin besser in der Lage, meine Probleme auf andere Art als durch ‚wegtrinken‘ zu lösen. Ich habe mein Leben wieder viel besser im Griff als noch vor ein paar Monaten.“
Karla (41)

„Danke für Ihre Hilfe, ich weiß diese sehr zu schätzen. Ich habe schon lange selbst daran gearbeitet, meine Probleme anzugehen, aber durch diese Therapie konnte ich riesige Fortschritte verbuchen.“
Christian (58)

„Die Vorgehensweise ist sehr persönlich und ich habe das Gefühl, dass meine Berichte ernst genommen werden. Ob es effektiv ist, kann ich noch nicht abschließend beurteilen, denn ich kenne meine Schwächen. Aber bisher läuft es gut.“ Rolf (51), hat die Therapie zur Hälfte durchlaufen

„Ich trinke nie mehr aus Elend, Verdruss, Frustration, Einsamkeit oder Angst. Es liegen viele Herausforderungen vor mir, aber ich habe nie mehr zum Alkohol gegriffen. Ich werde mich vom Trinken abhalten, indem ich mir klarmache: ES LÖST KEINE PROBLEME. Ich glaube, das ist wohl die wichtigste Lehre, die ich aus Ihrem Programm ziehen konnte. WARUM FÜHLE ICH JETZT DAS VERLANGEN? Und WAS GLAUBE ICH, WAS ES BRINGEN WIRD?.“
Iris (36)

„Bei dieser Art der Unterstützung fühle ich mich gut. Es gibt mir ein gutes Gefühl von Glück und Erleichterung, dass ich endlich so offen mit jemandem meine Situation betrachten kann. Ich finde, dass Sie enorm viel Arbeit und Energie auf mich verwenden.“
Lisa (41) 

Auch diesen Menschen kann eine Onlinegestüzte Therapie bei Weniger-trinken-online.de.de nützen:

 

Petra, 39 Jahre
Petra ist seit 11 Jahren verheiratet und Mutter von zwei Kindern, 8 und 6 Jahre alt.
Sie arbeitet 24 Stunden pro Woche als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei.
Zurzeit geht es ihr nicht gut. Der Stress im Büro nervt sie immer mehr; sie merkt, dass sie immer häufiger kurz angebunden und ungeduldig auf ihre Kinder reagiert. Die Ehe ist nur noch Alltagstrott; ihr Mann ist damit beschäftigt, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Abends, wenn die Kinder im Bett sind, öffnet sie gegen zehn Uhr eine Flasche Wein. Jetzt hat sie das Gefühl, endlich etwas Zeit für sich selbst zu haben. Der Wein hilft ihr zu entspannen; die anderen können sie mal gern haben. Die Spannung fällt von ihr ab. Die Flasche leert sich.
Eine Kollegin, die inzwischen zu einer Freundin geworden ist, hat sie gestern angesprochen. Sie hat gemerkt, dass Petra häufiger zu spät kommt, dass ihr öfter Fehler unterlaufen und dass sie nur noch selten zusammen lachen können.

Hans, 28 Jahre
Hans konzentriert sich ganz auf seine Karriere. Er ist Verkäufer in einem großen Betrieb und hofft, in zwei Jahren Verkaufsleiter zu werden. Dafür muss er einen Top-Umsatz schaffen.
Er arbeitet sechs Tage die Woche, manchmal bis nach Mitternacht.
Der Sonntag ist der einzige Tag, den er sich für sich gönnt. Dann spielt er mit seiner alten Mannschaft Fußball. Die Begeisterung für den Fußball lässt allerdings immer mehr nach; dafür bleibt er hinterher immer länger im Vereinslokal hängen, wo er mit seinen Mannschaftskollegen Bier trinkt.
Gestern wurde er nach dem Fußballspielen von der Polizei angehalten und musste ins Röhrchen pusten. Die Promillezahl war viel zu hoch. Hans ist sehr erschrocken; wenn er seinen Führerschein verliert, kann er seine Arbeitsstelle vergessen.

Richard, 24 Jahre
Richard studiert an der Fachhochschule und arbeitet nebenbei in einem Callcenter.
Er feiert gern. Zusammen mit anderen Studenten geht er abends und an den Wochenenden aus und trinkt und feiert. Da wird eine Runde nach der anderen ausgegeben. Er ist sehr witzig und er kennt fast jeden.
Vorige Woche ist etwas Dummes passiert. Er hat aus Versehen ein Glas umgestoßen und jemandem Bier über die Kleidung geschüttet, der daraufhin sauer wurde. Richard reagierte wütend, fing an, um sich zu schlagen und es kam zu einer Prügelei.
Am nächsten Morgen wachte Richard mit aufgerissener Lippe auf und fühlte sich miserabel. Er hatte keine Ahnung, wie er nach Hause gekommen war.
Er ruft einen Freund an, der über Richards Verhalten auch sehr erschrocken war. Er verspricht seinem Freund, dass er weniger Alkohol trinken will.

Ruth, 50 Jahre
Ruth wurde vor 15 Jahren geschieden. Die beiden Kinder hat sie größtenteils allein großgezogen. Jetzt stehen sie auf eigenen Beinen, sind aus dem Haus und wohnen in einer anderen Stadt. Sie rufen ihre Mutter regelmäßig an, leben jetzt aber ihr eigenes Leben.
Ruth arbeitet 24 Stunden pro Woche in der Filiale einer großen Bekleidungskette. Ihre Kolleginnen sind zum größten Teil junge Mädchen.
Sie hat keine Hobbys, denn früher hatte sie mit Arbeit und Kindern schon genug zu tun. Nun schlagen regelmäßig Langeweile und Einsamkeit zu.
Ruth fühlt sich allein und lustlos. Sie schläft schlechter.
Sie hat sich angewöhnt, tagsüber regelmäßig ein Glas Wein zu trinken, weil sie sich dann besser fühlt. Sie achtet darauf, nicht betrunken zu werden, befindet sich aber eigentlich ständig in einem leichten Rauschzustand.
Um den Alkoholkonsum zu kaschieren, kauft sie immer öfter in anderen Stadtvierteln ein. Die leeren Flaschen wirft sie zu Zeiten weg, in denen sie keiner dabei sieht.
Zu ihrem 50. Geburtstag hat sie sich einen Computer gekauft. Mehr oder weniger zufällig landet sie auf einer Website über Alkohol. Sie entschließt sich, einen Fragebogen auszufüllen, um zu sehen, ob sie wirklich zu viel Alkohol trinkt.

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