Und die anderen?

Ihre Kinder

Alkohol und der Kontakt zu Ihren Kindern


Wenn ein Familienmitglied zuviel Alkohol trinkt, hat dies Auswirkungen auf jeden in der Familie. Das gilt auch für die Kinder. Wegen der Probleme, die der Vater oder die Mutter mit Alkohol hat, kann er/sie sich nicht hundertprozentig um das Kind kümmern.
Kinder, deren Eltern ein Alkoholproblem haben, sind nicht notwendigerweise Ausreißer oder Jugendliche, die bei der Polizei auffällig werden; sie haben nicht unbedingt schlechte Noten oder Schwierigkeiten, sich anzupassen. Sie reden meistens nicht mit anderen über ihren Vater oder ihre Mutter.
Sie wirken tatkräftig und unverwundbar. Dennoch kann der Alkoholkonsum des Vaters oder der Mutter oder beider Eltern einen wichtigen Platz in ihrem Leben einnehmen.
Das größte Problem eines Kindes, dessen Eltern zuviel trinken, besteht darin, dass das Kind nicht es selbst sein kann. Es schlüpft in eine Rolle, die ihm später Probleme bereiten wird. So gibt es beispielsweise Kinder, die zu Hause bestimmte Aufgaben und Verantwortung übernehmen, für die sie noch zu jung sind. Es gibt auch Kinder, die problematisches Verhalten zeigen, um die Aufmerksamkeit von den Problemen zu Hause abzulenken. Neben diesen gibt es noch zahlreiche andere Rollen, die ein Kind in dieser Situation möglicherweise annimmt.
Um Probleme in ihrem späteren Leben zu vermeiden, brauchen Kinder, deren Eltern ein Problem mit Alkohol haben, vor allem Folgendes:
 

Zunächst ist natürlich eine Grundversorgung wichtig für sie, wie gesundes Essen und Trinken, dass Sie zur Schule gehen können, ein Dach über dem Kopf haben, Hygiene, Sicherheit, keiner Form von Gewalt – auch verbaler Gewalt – ausgesetzt zu sein.
Jedes Kind will verstanden werden und muss Probleme mit seinen Eltern besprechen können.
Trinken des Vaters oder der Mutter ist ein Problem. Es kann nützlich für das Kind sein, Informationen zu bekommen. Das Kind kann lernen, dass es nicht seine Schuld ist.
Gerade Kinder brauchen ein Ventil für ihre Gefühle. 
Es ist wichtig, dass genügend Menschen da sind, um das Kind zu unterstützen: ein soziales Netzwerk
Als Eltern können Sie viele dieser Dinge für Ihr Kind organisieren, möglicherweise in Absprache mit der Schule des Kindes.
Wenn es ein Problem gibt, besprechen Sie es mit Ihrem Kind auf kindgerechte Art und Weise. Kinder spüren meist sehr wohl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Lassen Sie sie nicht im Ungewissen, so dass sie ins Grübeln geraten. Erklären Sie, dass das Problem besteht und dass es Aufgabe der Eltern ist, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.
Die meisten Suchthilfeeinrichtungen bieten Hilfe für diese Kinder an.