Aufhören oder Reduzieren?

Gewohnheiten verlernen

Um die Entscheidung zu treffen, weniger oder gar keinen Alkohol mehr zu trinken, müssen Sie sich selbst beobachten und untersuchen, wann Sie Alkohol trinken, wie viel und warum. Der erste Teil dieser Internet-Therapie beschäftigt sich mit der Analyse Ihrer Trinkgewohnheiten. Der zweite Teil konzentriert sich auf die Veränderung: weniger oder gar keinen Alkohol mehr trinken.
Um etwas verändern zu können, ist es wichtig, dass Sie Ihre Trinkgewohnheiten zunächst richtig kennen. Sie müssen wissen, wo Ihre persönlichen Risiken und „Fallstricke“ liegen. Sie untersuchen also als Erstes: Wann ist das Risiko, (übermäßig viel) Alkohol zu trinken, für mich am größten?
 

  • Welches sind meine Risikosituationen? In welchen Situationen neige ich dazu, Alkohol zu trinken?
  • Welches sind meine Risikogedanken? Mit welchen Gedanken überzeuge ich mich selbst immer wieder, Alkohol zu trinken oder mehr zu trinken als ich mir vorgenommen hatte?
  • Welches sind meine Risikogefühle? In welcher Stimmung habe ich großes Verlangen, Alkohol zu trinken und welche Gefühle möchte ich manchmal einfach „wegtrinken“?
  • Was ist mein Risikoverhalten? Mit welchem Verhalten trage ich dazu bei, meinen Alkoholkonsum aufrechtzuerhalten?


Wenn Sie Ihre Risiken und Fallstricke kennen, können Sie Ihre Gewohnheiten durchbrechen. Sie lernen vorauszusehen, wann Sie starkes Verlangen nach Alkohol bekommen, und was Sie in diesem Fall tun können.
Wenn Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren oder ganz alkoholfrei leben wollen, ist es sinnvoll, diese festen, wiederkehrenden Muster in Ihren Gewohnheiten zu verändern.
Im zweiten Teil der Internet-Therapie lernen Sie Schritt für Schritt, wie man das macht.

Ein Beispiel:
Sie sind es gewohnt zu trinken, wenn Sie niedergeschlagen sind. Wenn Sie etwas getrunken haben, fühlen Sie sich weniger bedrückt. Alkohol zu trinken, um dieses unangenehme Gefühl zu verringern, hat sich als Gewohnheit eingeschliffen. Ihre niedergeschlagene Stimmung weckt Ihr Verlangen, Alkohol zu trinken. Dieses Muster ist erlernt, Sie haben es sich selbst, wenn auch unbeabsichtigt, beigebracht. Sie lernen, diese Gewohnheit zu erkennen und – anstatt Alkohol zu trinken – mit dem Gefühl der Niedergeschlagenheit anders umzugehen.

Ein weiteres Beispiel:
Sie kommen von der Arbeit nach Hause, hängen Ihren Mantel auf, gehen zum Kühlschrank und nehmen sich ein Bier. Das geht jeden Tag so. Sie haben es sich selbst „antrainiert“, wenn auch unbewusst. Es ist zu einem Automatismus geworden, über den Sie gar nicht mehr nachdenken. Von der Arbeit nach Hause zu kommen ist also eine Risikosituation. Wenn Sie sich darüber bewusst werden, können Sie den Automatismus durchbrechen.

Der Internet-Therapie hilft Ihnen, Ihre Risikosituationen und Automatismen zu erkennen und zu durchbrechen.