Aufhören oder Reduzieren?

Lust auf Alkohol

Wenn Sie aufhören, Alkohol zu trinken, ist es normal, dass Sie in manchen Momenten ein Verlangen danach haben.
Dieses Gefühl entsteht, weil sich Ihr Körper in bestimmten Situationen, in denen Sie sonst meistens etwas getrunken haben, auf den Alkohol vorbereitet. Oder wenn Sie auf eine andere Art an den Konsum von Alkohol erinnert werden.
Um das zu verstehen, kann man sich das Beispiel des Pawlowschen Hundes vor Augen führen. Pawlow war ein Wissenschaftler, der das Verhalten von Tieren untersuchte, um menschliches Verhalten besser verstehen zu können.
Der Hund, mit dem er sein Experiment durchgeführte, begann zu sabbern, wenn er seinen Napf mit Futter bekam. Der Körper des Hundes bereitete sich auf diese Weise auf die Verdauung des Futters vor. Pawlow läutete nun eine Glocke, jedes Mal, wenn der Hund sein Futter bekam. Nach einiger Zeit war der Hund soweit, dass er schon anfing zu sabbern, wenn er nur die Glocke hörte. Der Körper des Hundes bereitete sich darauf vor, die Nahrung zu verdauen, obwohl in Wirklichkeit nur die Glocke läutete.
Bei Menschen funktioniert das genauso.
Der Körper bereitet sich als Reaktion auf bestimmte Reize auf die Aufnahme von Alkohol vor. Das Gefühl, das dabei entsteht, nennen wir Verlangen, Lust oder Suchtdruck. Die betreffenden Reize können sehr vielfältig sein: der Geruch von Alkohol, ein bestimmter Ort, eine bestimmte Situation oder ein Gefühl. Wie ist das bei Ihnen? Wann und wodurch entsteht bei Ihnen das Verlangen nach Alkohol?
Das Verlangen zu erkennen und damit umzugehen sind also wichtige Schritte, wenn man lernen will, weniger oder gar keinen Alkohol mehr zu trinken.